Autorenarchiv

Friedrich II. der Ernsthafte

Samstag, 14. Februar 2009 | Autor:

Im Jahr 1310 als Sohn Friedrich des Freidigen und Elisabeth von Arnshaugk geboren, trat Friedrich II. der Ernsthafte im Alter von 13 Jahren die Nachfolge seines verstorbenen Vaters an.

Hierzu gehörte die Markgrafschaft Meißen und die Landgrafschaft Thüringen, welche er unter der mütterlichen Vormundschaft regierte.

Durch die Heirat mit Mechthild von Bayern wurde Friedrich II. der Ernsthafte zum Schwiegersohn des deutschen Kaisers Ludwig.

Zur Hochzeit erhielt er als Mitgift das Pleißenland und die Grafschaft Altenburg mit den Reichsstädten Altenburg, Zwickau und Chemnitz.

Nunmehr wurde Altenburg zu einem wichtigen Sitz der Wettiner.

Nach dem Tod des deutschen Kaisers Ludwig wurde Friedrich der Ernsthafte die kaiserliche Krone angetragen, welche er jedoch nach kluger und nüchterner Einschätzung der Kräfteverhältnisse ausschlug.

Friedrich der Ernsthafte beschränkte sich auf die Festigung seiner Herrschaft.

Festumzug 800 Jahre Dresden

Als er im Vorfeld des Hundertjährigen Krieges 1338/39 mit König Edward III., Verbündeter des deutschen Kaisers Ludwig, nach Frankreich zog, empfing er unterwegs vom englischen König den Ritterschlag.

Auf der Reise der Beiden ging es um die englischen Besitzungen in Frankreich. Zu ernsthaften kriegerischen Auseinandersetzungen kam es jedoch nicht.

Friedrich der Ernsthafte wurde für seine Politik und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung bekannt. Er setze sich gegen das Raubritterwesen in seinem Land ein, wobei er 1332 die freie Verfügungsgewalt über die Verkehrsverbindungen erzielt hatte.

Der Schutz der durch die Lande ziehenden Händler und Kaufleute war ihm ein wichtiger Aspekt.

Als 1348 die Pest über das Land hereinbrach gab auch teilweise Friedrich der Ernsthafte die Veranlassung zum Feuertod der Juden in Dresden und weiteren thüringischen Städten. Damals wurden die Juden aus Unwissenheit und Glaubenshass beschuldigt, den schwarzen Tod über das Land gebracht zu haben.

Friedrich der Ernsthafte starb am 18. November 1349 auf der Wartburg und wurde im Kloster Altzelle bei Nossen beigesetzt. Den Beinamen der Ernsthafte verdankte er möglicherweise den Verdiensten um die Archivierung des markgräflichen Urkundenbestandes, welches von seinem Notar, Johann von Eisenberg im Jahr 1330 angelegt wurde.

Thema: Fürstenzug | Ein Kommentar

Markgraf Friedrich der Freidige (der Gebissene)

Donnerstag, 12. Februar 2009 | Autor:

Als Sohn Markgraf Albrecht II. verdanken die Wettiner ihm das Fortbestehen der Territorialmacht.

Den Beinamen „der Gebissene“ verdankt er der Sage nach seiner Mutter (Margaretha von Staufen). Sie biss ihm bei der Flucht vor dem Gemahlen von der Wartburg 1270 in die Wange.

Der Zusatz „der Freidige“ steht für -frisch,tapfer-.

In frühester Kindheit wurde ihm die Krone des süditalienischen Stauferreiches angetragen, welche aber letzlich an familiären Aspekten und dem päpstlichen Widerstand scheiterte.

Festumzug 800 Jahre Dresden

So blieb ihm 1281 die Pfalzgrafschaft Sachsen.

Nach unzähligen Querelen, Kriegen, glücklichen Umständen und nicht zuletzt durch die Heirat mit der 30 Jahre jüngeren Elisabeth von Lobdeburg-Arnshaugk, besaß Friedrich der Freidige nun wieder beachtliche Gebiete.

Im Vertrag von Tangermünde 1312 musste er sich jedoch seine Freiheit (nach Gefangenschaft des Markgrafen Waldemar) mit Silber und der Abtretung der Mark Lausitz erkaufen.

Erst durch den Magdeburger Frieden wurde diese erneute Fede beigelegt.

Durch einen Schlaganfall gelähmt starb Friedrich der Freidige am 16. November 1323 im Alter von 66 Jahren.

Auf dem Foto ist er links mit rotem Umhang zu sehen.

Thema: Fürstenzug | Kommentare geschlossen

Markgraf Albrecht II. der Entartete

Montag, 9. Februar 2009 | Autor:

Bekannt auch als „der Unartige“ mit unkontrollierten Trieben wurde Albrecht II. durch Länderteilung seines Vaters, Heinrich des Erlauchten, im Jahr 1265 Landgraf von Thüringen.

Nach der Hochzeit mit Margaretha von Staufen (sizilianische Prinzessin aus dem Hause der Staufer) im Jahr 1254 stieg Albrecht II. in die höchsten Herrscherfamilien Europas auf.

Aber wie der Beiname „der Unartige“ verrät, vergnügte er sich alsbald mit Kunigunde von Eisenberg (zunächst Hoffräulein) und heiratete diese nach dem Tod Margarethes.

Festumzug 800 Jahre Dresden

Als auch diese verstarb heiratete Albrecht II. ein drittes mal, Elisabeth von Arnshaugk.

Nach dem Tod des Vaters wurde er zusätzlich Markgraf von Meißen.

Aber aufgrund von Auseinandersetzungen in den eigenen familiären Reihen verlor er fast alles und verkaufte schließlich 1291, völlig verschuldet, die sächsische Pfalzgrafschaft an Otto V. Markgraf von Brandenburg.

Am 11. Februar 1307 trat er die Regentschaft an seinen Sohn, Friedrich I. „dem Freidigen“ ab und starb letztlich am 13. November 1314 in Erfurt (nach anderen Quellen am 20. November 1315).

Die Aufnahme seines Leichnams in eines der wettinischen Klosterhäuser wurde ihm jedoch verwehrt.

Thema: Fürstenzug | Kommentare geschlossen